Mi, 18.07. - Jasper NP

"Wollen wir das wirklich?", fragt Ralph als der Wecker um 06.00 Uhr klingelt. Wir bauen das Auto um und legen den schlafenden Jona in den zwischen den Sitzen eingeklemmten Buggy. Er wird dabei wach, schläft aber während der Fahrt wieder ein. Bis 8.00 Uhr sind wir auf Wildlifetour im NP Jaspar- erfolglos. Außer wunderschönen Seen in der Morgedämmerunga sehen wir nichts!



Wir halten aber am Acabasca Wasserfall, der vom schmelzenden Gletscher gespeist wird. Wassermassen stürzen tosend das Gestein hinunter. 








Weil Jona Noch schläft und wir ihn nicht alleine im Auto lassen wollen schaue ich ihn mir zunächst ganz alleine an und ja, hoffentlich wirklich ganz alleine, auch ohne Bärengesellschaft bitte- und danach Ralph. Es ist noch überhaupt nichts los hier. Nur ein Auto gesellt sich später zu uns auf den Parkplatz. Langsam erwacht die Natur und es ist schön ihr dabei zuzugucken. 






Gegen 8.00 Uhr sind wir am Icefieldcenter des Acabascar Gletschers. Wir verzichten auf die teure Eisautotour und wollen so als nah wie möglich an den Gletscher ran wandern! Das bedeutet natürlich gute Vorbereitung: 
Brote schmieren und


Entweder schlafen oder so viel Nudelsalat wie möglich füttern!



Extra für Gletschertouren haben wir Jona eine Sonnenbrille gekauft und beschließen, dass wir sie nun auch nutzen müssen - obwohl die Gefahr der Schneeblindheit ganz offensichtlich nicht gegeben ist. Ach ja, wir, das sind natürlich Papa und Mama. Jona hat da ganz andere Ideen. Er ist gar nicht begeistert und will sich sowohl den Hut als auch die Brille ausziehen. Irgendwie stolpert Ralph bei dem Versuch Jona die Brille anzuziehen und fällt neben den Camper längs auf seinen rechten Ellenbogen und seine Hand. Na bravo... ein Stein hat sich in seine Hand gerammt und eine Wunde verursacht. Jona merkt, dass was nicht stimmt und beginnt zu weinen. Ich verarzte Ralphs Wunde und nehme Jona in die Manduca. 


Der Gletscher ist ganz nett, aber beeindruckt uns nicht so richtig. Wir kommen nicht ganz ran, sehen keine Gletscherspalten und schauen einfach nur auf dreckiges schmelzendes Eis. 




Schon erschreckend, wie weit er in den letzten 36 Jahren zurück gegangen ist. Man vermutet, dass er in 100 Jahren gar nicht mehr da ist. Zurück am Camper sind wir was erschlagen. Ralph ruht sich aus und erholt sich vom Sturz, ich spüle Geschirr weg und mache Tee. Mittlerweile füllt sich der Gletscher mit Tourguides und Menschen. Im Icefieldcenter schauen wir uns dann einen Film über das Icefield von oben an das echt beeindruckend ist! Dann stelle ich mich an eine lange Schlange um ein weiteres Kapitel in der Geschichte von „Britta und ihr Cappuccino in Kanada“ aufzuschlagen und endlich den lang ersehnten Cappuccino zu trinken. Leider gibt's dann nur Kaffee. Cappuccino hätte es draußen gegeben....na supi. Egal. Ich genieße den Kaffee, der die gehoffte aufputschende Wirkung bringt und fühle mich nach Nudelsalat und Schoki fit für den nächsten Walk. Ralph geht's auch besser und wir fahren schnell zum Parker Ridge.



Jona kommt in die Kiepe und auf geht's auf den Parker Ridge Trail, der uns vom Reiseführer und anderen Reisenden empfohlen wurde. 2,5 Stunden soll er dauern.... d.h. mit Jonas Bewegungszeiten für uns mind. 3 Stunden. Der Aufstieg ist recht anstrengend aber sofort wunderschön!! 












Und die Ausblicke steigern sich tatsächlich noch in ihrer Schönheit als wir um die Ecke eine Gletscherzunge mit kleinem See davor erblicken. 












Ein Fluss schlängelt sich durch das Tal und ein Wasserfall ziert die schroffe Felswand am Gletscher. Toll! Wunderschön!! 




Der Nudelsalat zeigt Wirkung - voller Energie starte ich den Rückweg. Ralph fühlt sich nicht so wohl auf den schwierigen Trampelpfaden am Steihang - heute ist nicht so sein Tag - und schickt mich vor.









Weil Jona eingeschlafen ist Verzichte ich auf die vereinbarte Krabbelpause und lege bergab einen Zwischensprint ein, was Ralph etwas verwirrt nach uns  suchend auf dem Kamm zurück lässt. Er nutzt aber die Gelegenheit und macht noch ein paar Photos unter anderem von den Murmeltieren, die mit ihrem Pfeifen der Namensgeber für den Whistler Mountain sind.






Nach 2 Stunden kommen wir wieder unten an. Gut gelaunt und dankbar für den schönen Trail starten wir die Rückfahrt auf der Suche nach einem netten Campingplatz mit Krabbelgelegenheit für Jona. "Was ist das? Ich gehe mal gucken", sagt Ralph als er die stehenden Autos am Straßenrand sieht. "Ein Grizzlybär" erfahren wir, und er istnoch da! Vollkommen aufgeregt laufen wir die lange Autoschlange entlang. Ich auf Socken und Jona im Body auf dem Arm....Ralph kommt wieder zurück und will das Auto holen. „Zurück ins Auto, hier ist keiner ausgestiegen!“ Aber nicht mit mir! Jona und ich gehen schon mal die lange Autoschlange entlang vor und - sehen einen Grizzlybären!!! 














Bestimmt 20 Minuten lang läuft er teils im Gebüsch, teils recht unverdeckt die Straße entlang. Wir fühlen uns viel sicherer als gestern, obwohl die Entfernung zum Bären sehr ähnlich ist. Viele Leute geben Ralph ihre Adresse, damit er die tollen Bilder mit der Angeberkamera ;) an sie weiterleitet. Was für ein Tag! 
Sooo viele Highlights, unfassbar. An einem schönen Rastplatz essen wir noch was,...


Jona bekommt in der Idylle einen Schreianfall, da ich mich ohne ihn in Richtung Camper bewege und dann treffen wir noch einen Kölner, der mit dem Motorrad vom Norden Amerikas bis zum Süden fahren will (www.nordsuedfahrt.de). 
Am Wapiti Campingplatz angekommen begrüßt uns dann noch eine ganze Wapitiherde, die von den ganzen Campern sichtlich unbeeindruckt bleibt.









Vor dem zu Bett gehen lese ich mir dann noch mal das Wasrnschild vom Toilettenhäuschen durch - diesmal mit anderen Augen...





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